Chinesische Arzneimittel
Akupunktur ∙ Qi Gong

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Dr. med. Anna Mietzner

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin unterscheiden sich Chinesische Diagnose und westliche Krankheitsbezeichnung?

In der Chinesischen Medizin wird jede Symptomatik oder Erkrankung als Ausdruck eines bestimmten inneren Ungleichgewichts begriffen. Die chinesische Diagnose beschreibt das, indem sie nicht die Krankheit mit einem Namen belegt, sondern die darunter liegende energetische Disharmonie, das "Störungsmuster". Beispielsweise bei einer Magenschleimhautentzündung mit Magenschmerzen könnte dies eine "Kälte im Magen" sein, der oft Ernährungsfehler mit zuviel kalten Getränken und Salaten zugrunde liegen. Auch eine "Magen-Hitze" kann diese Symptomatik hervorrufen, dabei spielen häufig Alkohol und gegrillte, stark gewürzte Fleischspeisen eine Rolle. Vielleicht heißt das Muster aber auch "Leber greift den Magen an", das passiert, wenn zuviel Ärger oder Stress zu den Magenbeschwerden führt. Die Beschreibung eines Störungsmusters legt zugleich die Behandlungsstrategie nahe, die Hitze soll gekühlt werden, eine Kälte erwärmt oder die aggressive Leber möchte besänftigt, entspannt werden.

Zungendiagnose

Die Zunge repräsentiert nach Ansicht der Chinesischen Medizin den gesamten Menschen und aus ihrer Veränderung, Farbe, Form, Belag können Rückschlüsse auf die mit der Krankheit zusammenhängenden Faktoren gezogen werden.

Pulsdiagnose

Ähnliches gilt für die Chinesische Pulsdiagnose; hier wird an verschiedenen Positionen und mit unterschiedlichem Druck Puls gefühlt. Die ertasteten Stellen werden mit den Inneren Organen oder den Leitbahnen in Verbindung gebracht und geben wiederum Aufschluss über die innere Befindlichkeit bzw. das Störungsmuster, das zu einer bestimmten Symptomatik geführt hat.

Welchen Stellenwert hat die Ernährung in der Chinesischen Medizin?

Gerade bei chronischen Erkrankungen oder im Bereich der Prävention ist die tägliche Ernährung und Lebensgestaltung von großer Bedeutung. Die Diätetik wird unterteilt in den präventiven Bereich, in dem es um die Aufrechterhaltung der Homöostase, des gesunden Gleichgewichts geht, und den therapeutischen Ansatz, bei dem ich durch Veränderung der Ernährung heilen möchte.

Informationen zur Therapie mit Chinesischen Arzneimitteln. Es gibt folgende Darreichungsformen:

Rohdrogen

Sie erhalten in der Apotheke nach meiner Verordnung eine Mischung aus zerkleinerten Wurzeln, Rinden, Samen, Blättern, individuell für Sie zusammengestellt und meist für 7 Tage berechnet (seltener für 5 oder 3 Tage). Sie stellen sich durch Abkochen daraus ein Konzentrat her.

Kochanleitung

Geben Sie die Gesamtmenge der Arzneien in einen Topf und weichen sie in ca. 2 Liter (alle Kräuter sollten bedeckt sein) kaltem Wasser für mindestens 1 Stunde bis max. 8 Std. ein. Wenn die Mischung kocht, beginnt Ihre Kochzeit (auf dem Rezept vermerkt). Öffnen Sie den Topfdeckel halb, sodass Flüssigkeit verdampfen kann. Ziel ist es, die ursprüngliche Menge der Flüssigkeit in der vorgegebenen Zeit auf ein Drittel zu reduzieren (ca. 0,75 l).
Anschließend gießen Sie den Sud durch ein Sieb und teilen die Flüssigkeitsmenge durch die Anzahl der Tage, für die der Tüteninhalt bestimmt war. So erhalten Sie Ihre Tagesdosierung. Bitte den konzentrierten Sud im Kühlschrank aufbewahren.
Zur Einnahme sollten Sie das Konzentrat mit beliebig viel heißem Wasser verdünnt, möglichst zwei bis mehrmals über den Tag verteilt trinken.

Pulverisierte Rohdrogen

Die Apotheke (Kurmark-Apotheke, Zieten Apotheke) zermahlt die Arzneimischung zu einem Pulver. Dazu bekommen Sie einen Messlöffel, damit Sie Ihre vorgegebene Tagesdosierung (auf Rezept vermerkt) in 2 oder 3 Portionen aufgeteilt abmessen können. Sie kochen die Einzeldosis jeweils mit wenig Wasser (nach Geschmack, ca. 0,25 bis 0,5 L) auf und lassen sie ca. 5 Minuten sanft köcheln. Nach Abseihen trinken Sie die Flüssigkeit am besten noch warm.

Granulat

Entstanden durch maschinelle Abkochung der Einzelarzneien wird das Konzentrat auf einen Trägerstoff (stärkehaltig) aufgesprüht. Von der Apotheke erhalten Sie einen Messlöffel; Sie sollten Ihre Tagesdosierung (auf Rezept vermerkt) in 2 – 3 Portionen verteilt in Wasser aufgelöst trinken. Die Menge und Temperatur des Wassers können Sie selbst auswählen.

Generell zu beachten

Sie sollten Ihre Medizin nicht direkt nach größeren Mahlzeiten einnehmen und bei einigen Mischungen ist es besser, sie nicht später als zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen zu trinken. Wenn Sie während der Einnahme irgendwann einen akuten Infekt (Erkältung, Magen-Darm) bekommen, setzen Sie die Arznei bitte ab, bis Sie sich davon wieder erholt haben. Das gleiche gilt auch für andere Probleme oder Fragen, die im Zusammenhang mit der Einnahme auftauchen, auch wenn der Geschmack allzu ungewöhnlich oder gar schrecklich sein sollte.

Qualität der Chinesischen Arzneimittel (Rohdrogen, Granulate, Fertigpräparate)

Die Qualität der Rohdrogen und Granulate hat sich durch Bemühen der Verordner und Apotheken in den letzten Jahren stark verbessert. Es gibt in Deutschland mehrere Großhandelsfirmen, die die importierten Drogen hier auf Rückstände wie Schwermetalle, Pestizide und falls notwendig Aflatoxine prüfen lassen. Eine Vereinigung der TCM-Apotheken (www.tcm-apo.de) hat sich gegründet, um sich um diese Fragen speziell zu bemühen. Bei ihnen erhalten Sie hochwertige kontrollierte Arzneimittel. Es sind auch Fertigprodukte auf dem Markt; diese haben den Nachteil der fixen Arzneikombination, sie können nicht individuell variiert werden. Außerdem wurden bei einigen der Fertigpräparate auch starke Verunreinigungen festgestellt, bzw. sie werden häufig nicht so genau kontrolliert wie die Rohdrogen oder Granulate. Deshalb ist von einer längeren Einnahme i. a. abzuraten.

Was ist Moxa oder Moxibustion?

Moxa besteht hauptsächlich aus lange in der Sonne getrocknetem Beifuß und wird angezündet in Form von Zigarren oder kleinen Kegelchen dazu benutzt, um Akupunkturpunkte oder Gebiete des Körpers (Rücken, Gelenke) zu erwärmen. Dieses therapeutische Verfahren, Moxibustion genannt, ist besonders wirkungsvoll, wenn Schmerzen durch Kälte oder Feuchtigkeit verschlimmert werden.

Nebenwirkungen der Chinesischen Arzneitherapie

Chinesische Arzneimitteltherapie

Hier hört man häufig den etwas harmlosen Begriff "Chinesische Kräutertees", wenn von der Chinesischen Arzneimitteltherapie die Rede ist. Unter den Chinesischen Arzneidrogen gibt es hochwirksame, teilweise auch toxische Substanzen, es sind auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Sie sollten also nur von erfahrenen ÄrztInnen oder HeilpraktikerInnen verordnet und der Verlauf der Behandlung in angemessenen Abständen verfolgt werden. In der Chinesischen Medizin arbeitet man eigentlich nicht mit Erstverschlechterung oder Nebenwirkungen; wenn Sie unter der Einnahme Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen oder andere Symptome entwickeln, sollten Sie sich bald an Ihre(n) BehandlerIn wenden. Dann muss wahrscheinlich die Dosierung oder die Rezeptur in ihrer Zusammensetzung etwas geändert werden. Darüber hinaus ist wie oben beschrieben die Qualität der Arzneien von Bedeutung.

Hat Akupunktur Nebenwirkungen?

Verletzungen durch Akupunkturnadeln

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass durch Akupunkturnadeln ernsthafte Verletzungen entstehen; was vorkommt, allerdings harmlos ist, sind kleine Hämatome (Bluterguss).

Ansteckungsgefahr durch Akupunkturnadeln?

In meiner Praxis verwende ich ausschließlich Einmalnadeln, sodass keine Ansteckungsgefahr besteht.

Qi Gong

Qi Gong, meist übersetzt mit "Chinesische Atem- Heilgymnastik", ist eine der Behandlungsmethoden innerhalb der Chinesischen Medizin. Es gibt hunderte verschiedene Arten von Qi Gong Übungen. Alle haben das Ziel, Körper, Atmung und Geist zu regulieren, um damit eine innere Harmonie herzustellen.
Qi Gong kann vorbeugend, zur Aufrechterhaltung der Gesundheit, zur Stärkung des Immunsystems und der Abwehr, zur allgemeinen Kräftigung und Harmonisierung geübt werden.
Es gibt auch die Möglichkeit mit Qi Gong, Krankheiten und Störungen gezielt zu behandeln; dann ist es wichtig, individuell ausgewählte Übungen mit besonderen Atemmethoden zu praktizieren.

Nei Yang Gong – Innen Nährendes Qi Gong

Dies sind Übungen, die auf die Zeit der Ming-Dynastie (16.Jhd.) zurückgehen. Aktuell ist Liu Ya Fei, deren Vater die Übungsmethode in den 50er Jahren zu therapeutischen Zwecken überarbeitet hat, die Hauptvertreterin dieser Form. Es ist ein ganzes Übungssystem mit verschiedenen Stufen, die jeweils aus stillen und bewegten Übungen bestehen. Besonders beim Nei Yang Gong werden spezielle Atemtechniken und intensive Wirbelsäulenbewegungen angewandt.

Die Übungen können gleichermaßen zur Gesunderhaltung wie auch zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden. In meinen Kursen unterrichte ich zwei mal sechs bewegte Übungen der mittleren Stufe; sie heißen "Wandle Muskeln und Sehnen und bewege das Qi". Außerdem gebe ich Anleitungen zu kleinen Selbstmassage–Übungen, ebenfalls Teil des Innen Nährenden Qi Gong.

Bei den bewegten Übungen wird die Wirbelsäule intensiv in alle denkbaren Richtungen bewegt, auch die Gelenke der Extremitäten werden stark trainiert. Dies steigert die Beweglichkeit, wie auch die Elastizität und Dehnungsfähigkeit der Muskeln, Sehnen und Bänder. Die Übungen trainieren Gleichgewichtssinn, Koordination und Standfestigkeit. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Körperebene, durch Veränderungen im "Fleisch", in Muskeln und Sehnen, soll auf den inneren Qi Fluss eingewirkt werden.

Denn die Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden ist das harmonische Fließen des Qi. Natürlich wird auch auf die Atmung geachtet, sie wird allmählich gleichmäßiger, ruhiger und tiefer, was das gesamte vegetative Nervensystem ausgleicht. Der Geist ist wach, aber ruhig und konzentriert, eine heitere Gelassenheit stellt sich ein.

Liu Ya Fei

Liu Ya Fei ist Leiterin des Gesamtchinesischen Ausbildungszentrums für Medizinisches Qi Gong und ärztliche Leiterin der Qi Gong - Rehabilitationsklinik, beides auf dem gleichen Gelände in Beidaihe gelegen. Die Klinik wurde Anfang der 50er Jahre von Liu Ya Feis Vater gegründet, der damals auch die Übungen des Nei Yang Gong, die auf die Zeit der Ming-Dynastie (16.Jhd.) zurückgehen, zu therapeutischen Zwecken überarbeitet hat.

Aktuell ist Liu Ya Fei die Hauptvertreterin dieser Übungsmethode. Sie kommt wenigstens einmal jährlich nach Deutschland, um in Seminaren die verschiedenen Übungen des Nei Yang Gong zu unterrichten.

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